Im Frühjahr 1944 zwingen die zunehmenden Bombenangriffe der Alliierten die deutsche Rüstungsindstrie in unterirdische Verstecke.
Für die Daimler-Benz-Flugzeugmotorenfabrik in Genshagen bei Berlin bot sich der Gipsstollen Obrigheim wegen günstiger Verkehrsverbindungen an. Dazu erzwang der Jägerstab (Kommission aus Rüstungsministerium, Luftwaffe, SS und Industrie) ein rasantes Tempo. In fünf Monaten wurden 50 000 m²; Produktionsfläche fertiggestellt.
Die Arbeitskräfte lieferte die SS aus den Konzentrationslagern.
Von März 1944 bis März 1945 wurden etwas 5000 »Zebras« an den Neckar verschleppt. Zuerst entstand das Lager Neckarelz in der Grundschule des Dorfes, später kamen weitere Lager dazu: es entstand der Komplex der »Neckarlager«. Alle waren Außenlager des Stammlagers Natzweiler-Struthof im Elsass.
Die KZ-Häftlinge waren vor allem als »Bauhäftlinge« eingesetzt. An den Maschinen der Flugzeugproduktion arbeiteten dann andere Zwangsarbeiter. Insgesamt beschäftigte das Projekt unter dem Tarnnamen »Goldfisch« etwa 10 000 Menschen.
Ab 26.01. jeden Sonntag von 14 - 17 Uhr geöffnet.