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Ein intensiver Tag

Elsass-Exkursion des Vereins KZ-Gedenkstätte

05.08.2018

Station im "Garten der Menschenrechte", gestaltet von einer Grundschule in Deutschland. Man erkennt, in zwei Sprachen, die Aufschriften Asyl, Religion, Gleichheit, Freiheit, Leben ...

Strahlende Sonne, starke Eindrücke, gegensätzliche Empfindungen – eine neunköpfige Gruppe aus Vereinsmitgliedern und Interessierten erlebte am letzten Julisonntag 2018 einen intensiven Tag im Elsass.
Zunächst begab sich die Teilnehmer auf die Spur der KZ-Häftlinge des Lagers Natzweiler. Erste Station war der Bahnhof Rothau, an dem eine Tafel an die vielen Tausend Gefangenen erinnert, die zwischen 1941 und 1945 das Sandsteingebäude passierten. Ein weiteres Monument ist den „passeurs“, den Schleusern der 40er Jahre gewidmet. Sie geleiteten während der Kriegszeit vor allem junge Männer, die sich im annektierten Elsass der Zwangsrekrutierung durch die Wehrmacht entziehen wollten, auf Geheimpfaden über den Hauptkamm der Vogesen nach Frankreich.
Verbindungslinie zwischen damals und heute zieht der von französischen und deutschen SchülerInnen gestaltete  „Garten der Menschenrechte“ an der Westseite des Bahnhofs.
Auf dem „Weg der Menschenrechte“ stieg dann die Gruppe vom ehemaligen Hotel Struthof, der Keimzelle des KZ-Lagers, an der Kommandantenvilla vorbei zum eigentlichen Lagergelände. Materialien mit Quellen und Bildern ermöglichten dort einen individuellen Rundgang mit selbst gewählten Schwerpunkten. Diese reichten von der Station des Lagertors, das einst die Hölle von der „Normalität“ trennte, über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Häftlinge bis zu den Todesstationen des Krematoriums, des Galgens und der pseudomedizinischen Experimente.
Einen farbigen Gegenakzent setzten die Kunstwerke des Projekts „Fraternité/Brüderlichkeit“ vor dem Gebäude  des Centre Européen du Résistant Déporté. Sie wurden, vor dem Hintergrund der schwierigen gemeinsamen Geschichte, von französisch-deutschen Künstlerduos geschaffen und wandern bald in die Außenlager-Gedenkstätten.
Eine ganz andere Welt betraten die TeilnehmerInnen im nah gelegenen Musée Oberlin in Waldersbach. Dort stößt man auf das Wirken von Jean-Frédéric Oberlin (1740 – 1826), der von 59 Jahre lang Pfarrer im bitterarmen Steintal war. Er predigte auf Französisch und verteilte deutsche Bibeln, vermittelte botanische und medizinische Kenntnisse, ließ Wege und Brücken bauen,  lehrte die Kinder nicht nur lesen und schreiben, sondern die Welt erforschen -  und glaubte mit aufklärerischem Optimismus an die Werte der französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.  Verbindungslinien zwischen den Orten stellten sich so unvermeidlich her – und gaben Gelegenheit zum Nach-Denken ...