Veranstaltungen

Zur ältesten und jüngsten Gedenkstätte von Natzweiler-Außenlagern

Sonntag, 25. Juni 2017

08:30 - Abfahrt in Fahrgemeinschaften vom Schulhof der Clemens-Brentano-Grundschule Neckrelz

Eröffnung der Gedenkstätte Walldorf im September 2016. Foto: Sebastian Schwappacher

Das Konzentrationslager Natzweiler zählt über 50 Außenlager, nur etwa an einem Drittel dieser Orte gibt es heute Gedenkstätten. Zwei ganz unterschiedliche lernen die Mitfahrenden an diesem Sommersonntag kennen.

1. Station: KZ-Gedenkstätte Mannheim-Sandhofen
Die KZ-Gedenkstätte Mannheim-Sandhofen erinnert an ein Männerlager mitten im Wohngebiet, eingerichtet im September 1944 in einer Grundschule.  Die KZ-Häftlinge waren ausschließlich polnischer Nationalität, meist verhaftet während des Warschauer Aufstands im Sommer 1944. Sie arbeiteten unter elenden Bedingungen in einem LKW-Werk von Daimler-Benz in Mannheim.
Die ‚Gedenkstätte entstand schon 1989 – heute wird ihre Arbeit im  Dreieck von Stadtarchiv, Stadtjugendring und dem „Netzwerk Courage“ organisiert.
Guide in Sandhofen: Marco Brenneisen, Stadtarchiv Mannheim

 2. Station: KZ-Lehrpfad und Margit-Horvath-Zentrum Mörfelden-Walldorf
In Walldorf, nahe des Frankfurter Flughafens gelegen, mussten im Jahr 1944 von August bis November 1.700 jüdische KZ-Frauen aus Ungarn die erste betonierte Rollbahn des Flughafens bauen. Nach dem Krieg herrschte zunächst Schweigen, Recherchen wurden behindert. In den 90er Jahren konnten persönliche Kontakte zu Überlebenden, darunter Margit Racz mit ihrer ganz besonderen Geschichte, geknüpft und im Jahr 2000 ein Gedenkpfad ein­gerichtet werden konnte.
Im September 2016 wurde das neue Bildungszentrum ein­geweiht, es wird von der Kommune und der Margit-Horvath-Stiftung getragen.. Dort finden regionale und internationale The­mentage zur Geschichte des Lagers, aber auch zu Menschenrechten und zur interkulturellen Verständigung statt.
Guide in Walldorf: Dr. Cornelia Rühlig, Stadthistorikerin

Organisatorisches
Die Exkursion erfolgt in Fahrgemeinschaften mit Privat-Pkws, Dauer 8.30 bis ca. 19 Uhr, angemeldete TeilnehmerInnen erhalten ein Infoblatt.  Anmeldungen bitte bis 2. Juni 2017 (Freitag vor Pfingsten)  an vorstand(at)kz-denk-neckarelz.de.

Antisemitismus im Rechts-Rock

Montag, 17. Juli 2017

19:30 - Seminarraum der KZ-Gedenkstätte (Untergeschoss)

Rechtsrock spielt für die Neonazi-Szene eine elementare Rolle: Extrem rechte Musik rekrutiert und mobilisiert vorrangig junge Menschen, indem sie Identität stiftet und explizit menschenfeindliche Botschaften vermittelt. Die Kombination aus extrem rechten Inhalten und europaweit stattfindenden Konzerten macht Rechtsrock zur viel zitierten "Einstiegsdroge Nr. 1" in die Neonazi-Szene. Die Konstruktion von Feindbildern ist facettenreich und wird in den Liedtexten auf verschiedene Weise thematisiert. Antisemitismus ist dabei von entscheidender Bedeutung.
Im Fokus des Vortrags stehen drei Fragen, die systematisch beantwortet und mittels ausgewählter Liedtexte überregional bekannter Rechtsrock-Bands erläutert werden: (1) Welche Feindbilder werden im Rechtsrock konstruiert? (2) Welche Bedeutung nehmen die vier Phänomene des Antisemitismus (christlicher Antijudaismus, Rassenantisemitismus, sekundärer Antisemitismus und israelbezogener Antisemitismus) und die jüdische Weltverschwörung in der Feindbildkonstruktion des Rechtsrock ein? (3) Inwiefern werden antisemitische Inhalte und die jüdische Weltverschwörung in den Liedtexten des Rechtsrock verschlüsselt und welche sprachlichen Codes werden dafür verwendet?
Die Codes, deren Wurzeln überwiegend im Mittelalter liegen, geben einen Einblick in die Sprache und Bilder des Rechtsrock. Die jüdische Weltverschwörung spielt eine besondere Rolle: Sie kann die Machtverhältnisse in Politik, Wirtschaft und Medien mittels antisemitischer Botschaften einfach und eingängig erklären.
Der Vortrag ist Teil einer Aktionswoche "Gegen Rechts" in der weiteren Region.

Spätsommerwanderung auf dem Geschichtslehrpfad "Goldfisch"

Sonntag, 27. August 2017

15:00 - Treffpunkt ab 14.45 Haltestelle "Gardinenfabrik Obrigheim"

Wie jedes Jahr lädt der Verein KZ-Gedenkstätte zu einer Spätsommerwanderung auf dem Geschichtslehrpfad GOLDFISCH ein. Dieser wurde im Frühjahr 2017im Rahmen eines inklusiven Projekts von jungen Leuten neu instandgesetzt. Mehr erfahren


Treffpunkt ist am Sonntag, dem 27. August um 15 Uhr an der Bushaltestelle „Gardinenfabrik Obrigheim“ an der Straße von Obrigheim nach Hochhausen. Parkmöglichkeiten gibt es im Industriegebiet Obrigheim an der Neckarstraße. Der Pfad ist ca. 2,5 km lang;  um ca. 17 Uhr kehrt man an den Ausgangspunkt zurück. Festes Schuhwerk wird empfohlen; bei starkem Regen fällt die Wanderung aus. Die Leitung hat Dorothee Roos.

Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink

Sonntag, 01. Oktober 2017

11:00 - Matinee im Seminarraum der KZ-Gedenkstätte

Foto: Bundesarchiv, Nr. 146II-104 / CC-BY-SA 3.0

Nur wenige wissen, dass die "Reichfrauenführerin" Gertrud Scholtz-Klink, die ranghöchste Frau des NS-Staates, aus Adelsheim stammte und in Mosbach zur Schule gegangen ist … Die Matinee mit der Referentin Dr. Christiane Berger aus Magdeburg soll diese Lücke schließen.

Dr. Christiane Berger hat über Gertrud Scholtz-Klink promoviert, ihr Vortrag fragt unter anderem danach, ob die im männerbündischen NS-System relativ machtlose Spitzenfunktionärin als „Täterin“ einzustufen ist