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Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink

Sunday, 01. October 2017

11:00 - Matinee im Seminarraum der KZ-Gedenkstätte

Foto: Bundesarchiv, Nr. 146II-104 / CC-BY-SA 3.0

Nur wenige wissen, dass die "Reichfrauenführerin" Gertrud Scholtz-Klink, die ranghöchste Frau des NS-Staates, aus Adelsheim stammte und in Mosbach zur Schule gegangen ist … Die Matinee mit der Referentin Dr. Christiane Berger aus Magdeburg soll diese Lücke schließen.

Dr. Christiane Berger hat über Gertrud Scholtz-Klink promoviert, ihr Vortrag fragt unter anderem danach, ob die im männerbündischen NS-System relativ machtlose Spitzenfunktionärin als „Täterin“ einzustufen ist

Gedenkfeier zur Pogromnacht

Friday, 10. November 2017

18:00 - Synagogenplatz Mosbach

Verbrennung der Kultgegenstände aus der Synagoge auf dem Marktplatz Foto: Stadtarchiv

Wie in jedem Jahr findet am Jahrestag der Progromnacht von 1938 eine Gedenkfeier auf dem Mosbacher Synagogenplatz statt. Das Datum weicht indes von dem in den Geschichtsbüchern ab: die Mosbacher Synagoge wurde in den frühen Morgenstunden des 10.11. 1938 angezündet. Zuvor waren die Kultgegenstände auf den Marktplatz geschafft worden. Sie wurden im Beisein der Bevölkerung und zahlreicher Schulklassen öffentlich verbrannt.

Die inhaltliche Verantwortung für die Gedenkstunde wechselt in einem bestimmten Turnus; in diesem Jahr wird sie von der Arbeitsgemeinschaft christllcher Kirchen ausgerichtet. Die ACK wird,  neben dem Gedenken an den Synagogenbrand, das Schicksal behinderter jüdischer Bewohner der Johannes-Diakonie zum Thema machen.
Im Anschluss an die Gedenkfeier findet um 18.30 im Mosbacher Rathaussaal ein Vortrag statt (siehe gesonderte Ankündigung).

"Wir standen uns sehr nahe, fast wie in einer Familie"

Friday, 10. November 2017

18:30 - Rathaussaal Mosbach

Das UNRRA-Lager auf dem Schwarzacher Hof Foto: Nürnberger Institut

Der Vortrag von Jim Tobias beleuchtet einen praktisch unbekannten Teil der Geschichte des Schwarzacher Hofs und damit der Johannes-Diakonie Mosbach.

1944 war der Schwarzacher Hof im Zuge des Projekts „Goldfisch“ beschlagnahmt worden. Er diente als Betriebskrankenhaus für Daimler-Mitarbeiter, die in der unterirdischen Fabrik in Obrigheim arbeiteten. Die eigentlichen Bewohner, also die behinderten Menschen, mussten weichen, ihre Verlegung in andere Anstalten brachte einigen von ihnen den Tod.

Doch nach dem Krieg wurde der Schwarzacher Hof nicht direkt an die vorigen Eigentümer zurückgegeben. Vielmehr richteten die amerikanische Besatzungsbehörde dort in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingshilfswerk UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration)  eine Zufluchtsstätte für heimatlose Kinder ein. Zeitweise lebten dort zwischen 1945 bis 1948 über 100 durch Krieg und Holocaust verwaiste jüdische und nichtjüdische Kinder; das Kinderzentrum war indes nach der Bahnstation Aglasterhausen benannt.

Der Referent Jim Tobias  ist der Leiter des „Nürnberger Instituts für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts“. Sein Vortrag findet zweimal statt: am 10.11. um 18.30 im Mosbacher  Rathaussaal  im Anschluss an die Gedenkfeier auf dem Synagogenplatz; einen Tag später, am 11. 11. 2017, auf dem Schwarzacher Hof.